Zeitarbeit am Bau
Es zeichnet sich aktuell eine klare Entwicklung auf dem Arbeitmarkt ab: Weg von der Festanstellung, hin zur flexiblen Zeitarbeit. Dabei ist man nicht bei einer Firma direkt angestellt, sondern arbeitet über eine Zeitarbeitsagentur, die unterschiedlichen Firmen Arbeitskräfte flexibel zur Verfügung stellt. Der Vorteil für die Firmen: Keine Kündigungsfrist und keine lästige Bürokratie. Der Nachteil für die Arbeiter: Man kann sich niemals einer Stelle sicher sein, weil man nicht weiß, ob man nicht eventuell kurzfristig an ein anderes Unternehmen weitergereicht wird. Im Baugewerbe ist die Zeitarbeit deshalb verboten, und zwar aus dem guten Grund, die Arbeiter vor zu großem Flexibilitätdruck seitens der Arbeitgeber zu schützen. Eine weitere Auswirkung von Zeitarbeit im Baugewerbe, wäre ein Lohndumping-Effekt. Für das Baugewerbe sind flexible Zeitarbeiter günstiger und sie müssen weniger Lohn zahlen. Deshalb befürchten Experten im Falle einer Aufhebung des Zeitarbeitsverbots in der Baubrache, einen so genannten Drehtüreffekt. Damit ist gemeint, dass die Stammbelegschaft allmählich von einer wachsenden Anzahl billigerer Zeitarbeiter verdrängt wird. Dies würde den Arbeitmarkt in der Baubranche ordentlich in Wanken bringen und die Tarifautonomie der Bauarbeiter ehrheblich gefährden. Dennoch wurde das Zeitarbeitsverbot im Kontext der Wirtschaftskrise von seiten des Baugewerbes kritisiert. Tatsächlich stand das Verbot eine Zeit lang beträchtlich unter Beschuss. Aus Sicht der Arbeiter, kann man froh sein, dass es dennoch dabei geblieben ist.
Tags: zeitarbeit